Die Starthände

Die elementaren Pokerregeln lernst du innerhalb von wenigen Minuten und eh du dich versiehst, findest du dich schon an den Tischen wieder. Doch mit der Strategie geht es leider nicht ganz so schnell, denn du wirst etwas Zeit brauchen, um die verschiedenen Konzepte zu verstehen.

Bei deinen ersten Händen wirst du dich noch auf das Glück verlassen müssen, aber Poker ist nicht nur ein Glücksspiel. Deshalb kann es sein, dass du am Anfang mehr Hände verlierst als gewinnst. Um mehr Geld zu gewinnen, musst du also lernen, wie man den Glücksfaktor so niedrig wie möglich hält.

Daher sollte es dein Ziel sein, ein GUTER SPIELER zu werden. Ein guter Spieler ist aber nicht jemand, der jeden Pot gewinnt. Das ist auch gar nicht möglich, da der Glücksfaktor immer eine gewisse Rolle spielt. Langfristig gewinnt ein guter Spieler dennoch mehr Hände als seine Gegner, weil er eine Strategie hat: Er lernt die Spielabläufe, denkt über das Spiel nach, analysiert seine Hände und die seiner Gegner, kontrolliert seine Emotionen, antizipiert die Spielzüge anderer Spieler usw. Und dies ist nur ein Bruchteil von dem, was im Kopf eines guten Spielers vorgeht!Zu Beginn einer Hand werden dir zwei Karten ausgeteilt. Aber was machst du nun mit diesen zwei Karten? Passen? Mitgehen? Erhöhen? Als allererstes solltest du die Stärke deiner Hand einschätzen können, denn nicht alle Hände sind gut. Um dir dabei zu helfen, die besseren und die schlechteren Hände auseinander zu halten, haben wir hier die interessantesten Starthände in absteigender Reihenfolge aufgelistet.

A-A
A-A ist die bestmögliche Starthand. Eine Garantie für den Gewinn einer Hand ist sie leider nicht, aber bessere Voraussetzungen wirst du bei keiner anderen Starthand finden. Das einzige Problem ist, dass du A-A nur sehr selten bekommst.

K-K und Q-Q
Asse, Könige und Damen sind derart gute Starthände, dass man sie (fast) immer aggressiv spielt. Vor dem Flop sollte man mit diesen Händen eigentlich immer erhöhen.

A-K „suited“
Dasselbe gilt für A-K „suited“ (beide Karten von der gleichen Farbe), denn A-K ist eine sehr starke Hand. Zwar ist es kein Paar, aber mithilfe der 5 Gemeinschaftskarten stehen die Chancen auf ein starkes Top-Paar recht gut. Außerdem hast du die Möglichkeit, den bestmöglichen Flush zu bilden – den „Nut Flush“ – falls drei Karten derselben Farbe auf dem Board erscheinen. Daneben kannst du eine Straße treffen, und wenn keiner deiner Gegner ein Paar hat, kannst du sogar mit einer hohen Karte gewinnen.

J-J und T-T
Diese Paare sind ebenfalls sehr gute No-Limit Hold’em-Starthände, besonders wenn du nur gegen einen Gegner spielst. Sei vorsichtig, wenn du gegen mehrere Gegner spielst, da ein Ass, ein König oder eine Dame am Flop diesen anderen Spielern ein besseres Paar verschaffen könnte.

9-9 und 8-8
Diese Starthände sind interessant, aber du solltest nicht Haus und Hof darauf setzen. Je nachdem, wie viele Spieler in der Hand sind und wie teuer der Flop ist, solltest du deine Strategie anpassen. Du musst dir genau überlegen, wie viel du riskieren willst und wie du auf gegnerische Einsätze und Erhöhungen reagierst.

A-Q „suited“
A-Q „suited“ ist ebenfalls eine sehr gute Starthand.

A-K „offsuit“
Als letzte der sehr guten Starthände ist dies zwar eine sehr gute Hand, doch da die 2 Karten nicht von derselben Farbe sind („offsuit“), taucht sie in unserer Rangliste etwas weiter unten auf.

Diese 10 Kartenkombinationen bilden die besten Starthände beim No-Limit Texas Hold’em. Auch als Anfänger würdest du mit diesen Händen wahrscheinlich etwas Geld verdienen und könntest gleichzeitig das Spiel lernen. Leider bekommt man diese Hände aber nur sehr selten.

Damit das Spiel immer interessant bleibt, gibt es auch andere spielbare Handkombinationen. Wenn deine Starthand kein Paar („Pocket Pair“) ist, kannst du zwei Karten derselben Farbe spielen, die möglichst nah aneinander liegen. Damit erhöhen sich deine Chancen, am Flop etwas zu treffen.

In diese Kategorie fallen zum Beispiel Hände wie K-Q suited, J-T suited oder auch A-J und Q-J suited.

Als Daumenregel gilt, dass kleine Karten nur gut sind, wenn sie verbunden und der gleichen Farbe sind. Verbunden heißt, dass die beiden Karten in der Rangfolge nah aneinander liegen. Mögliche Kombinationen sind zum Beispiel 9-8 in Kreuz, 7-8 in Karo oder 5-6 in Pik. Dein Gegner wird immer denken, dass du „große“ Karten hältst (A-K, K-Q usw.). Wenn du also mit deinen kleinen Karten am Flop etwas triffst, ist deine Hand perfekt getarnt!

Jetzt hast du eine ungefähre Vorstellung davon, welche Hände du spielen solltest. Bedenke aber, dass es tonnenweise andere Hände gibt, die du bekommen wirst. So etwas wie 10-2, 9-4, J-3, K-4 usw. solltest du AUF KEINEN FALL SPIELEN! Diese Kombinationen ergeben wenig Sinn, auch wenn sie von derselben Farbe sind.

Stell dir vor, du bekommst Q-7. Entweder verpasst du den Flop und verlierst das investierte Geld, oder du triffst eine 7 oder eine Q. Auch wenn du jetzt ein Paar hast, ist deine Hand immer noch nicht gut. Dein Gegner könnte dasselbe Paar halten, aber mit einem besseren Kicker.

Wenn du mit einer deiner zwei Startkarten ein Paar oder einen Drilling bildest, ist deine zweite Karte der Kicker. Der Kicker ist ein Schlüsselelement beim Texas Hold’em. Wenn du Q-7 hältst, der Flop eine Q bringt und der Pot groß wird, hat jemand wahrscheinlich A-Q, K-Q oder Q-J und somit dasselbe Paar wie du – allerdings mit einem besseren Kicker.

Du könntest natürlich deine Gegner schlagen, wenn du ein zweites Paar mit der 7 triffst, aber das ist recht unwahrscheinlich. Beim Poker spielen die „Odds“ und Wahrscheinlichkeiten eine große Rolle. Du musst Spielzüge machen, die einen positiven Erwartungswert haben. Das erreichst du mit Händen, die langfristig gewinnbringend sind.

Wie du siehst, gibt es nur wenige interessante und gute Starthände. Manchmal dauert es lange, bis du eine dieser Hände bekommst. Geduld ist sehr wichtig, vergiss das nie!

Anmerkung: Je marginaler deine Hand ist, umso vorsichtiger solltest du sein. Achte auf den Preis, deine Position und auf die Entwicklung der Hand.