Stud High-Low (Stud8)

Die fünf Key-Facts zum Stud High-Low :

  • Stud High-Low ist eine vom Seven Card Stud abgeleitete Pokervariante, bei der man den Pot auf zwei unterschiedliche Arten gewinnen kann: Ganz klassisch, durch die stärkste Hand im Spiel („High“) oder durch die schwächste Hand („Low“). Daher werden die Pots regelmäßig zwischen dem Spieler mit der besten „High“- und der besten „Low“-Hand aufgeteilt. Wenn ein Spieler die beste „High“- und die beste „Low“-Hand hat, so gewinnt er den gesamten Pot.
  • Alle klassischen Kombinationen im Poker können für die „High“-Hand verwendet werden: Paare, zwei Paare, Drilling, Straight, Flush, Vierling etc. Im Gegensatz hierzu, kann eine „Low“-Hand nur mit fünf verschiedenen Karten mit dem Wert von 8 oder weniger. Gleiche Farben und Straights sind hierbei kein Hindernis. Das Ass wird in dieser Variante sowohl als schwächste Karte sowie als stärkste Karte angesehen: Es kann somit sowohl für eine „High“- wie auch eine „Low“-Kombination verwendet werden.
  • Stud High-Low ist eine Pokervariante, bei der mehrere Karten eines Spielers erst während des Spiels aufgedeckt werden. Anders als im Texas Hold’em, gibt es keine Gemeinschaftskarten: Die sieben Karten, die einem Spieler ausgeteilt werden, sind nur für diesen.
  • Im Stud High-Low wird die Position am Tisch (und somit die Reihenfolge, in der die Spieler agieren müssen), nicht durch den Button bestimmt (wie normalerweise im Poker üblich, etwa beim Texas Hold‘em), sondern durch die Stärke der ersten offenen Karte. Zudem ändert sich diese Reihenfolge im Verlauf einer Hand häufig, abhängig von den Karten, die die Spieler erhalten.
  • Stud High-Low wird mit Limit gespielt: In diesem Format sind die Einsätze und Raises gedeckelt. Anders als im Texas Hold’em, habt ihr zudem nicht immer die Möglichkeit euren gesamten Stack auf einmal zu setzen.

Ranking der Hände


„Low“-Hände

Um als „Low“-Hand zu gelten, muss eine Hand in jedem Fall fünf Karten unterschiedlichen Werts UND nur Karten mit einem Wert von 8 oder tiefer enthalten. Etwaige Straights oder Flushes stellen hierfür jedoch kein Hindernis dar.

Die beste „Low“-Hand ist also:

Ass-2-3-4-5, unabhängig von der Farbe der Karten. Allerdings ist dies Hand auch gleichzeitig ein Straight. Es ist also eine sehr starke Hand.

Die zweitbeste mögliche „Low“-Hand ist:

Ass-2-3-4-6

Die drittbeste mögliche „Low“-Hand ist:

Ass-2-3-5-6

So geht es weiter.

Wenn es keinem Spieler gelingt, eine „Low“-Hand aus fünf unterschiedlichen Karten, im Wert niedriger oder gleich 8, so gewinnt die beste „High“-Hand den gesamten Pot.


„High“-Hände

Die Hierarchie der „High“-Hände im Pot-Limit Omaha High-Low ist identisch mit der im Texas Hold’em, von der höchsten Karte (der schwächsten Hand, mit nicht einmal einem Paar) bis zum sehr seltenen Royal Flush (10-Bube-Dame-König-Ass in derselben Farbe), über den Drilling, den Straight, den Vierling etc.


1. Straight flush

Fünf direkt aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe (Pik, Herz, Karo oder Kreuz). Zum Beispiel 4-5-6-7-8 Herz.

Ein Straight Flush bestehend aus As-K-Q-J-10 ist ein Royal Flush, das beste Blatt überhaupt.

Dies ist natürlich eher selten!


2. Vierling

Der Vierling besteht aus vier Karten eines Werts. Vier Asse ist der höchste Vierling, vier Zweien der geringste.


3. Full house

Drei Karten mit demselben Wert und zwei weitere Karten mit demselben Wert. Das heißt also, ein Full House besteht aus einem Drilling und einem Paar. Das Full House mit dem höheren Drilling gewinnt gegen ein weiteres Full House. BSP.: K-K-K-3-3 schlägt Q-Q-Q-As-Ass.


4. Flush

Fünf Karten der gleichen Farbe (Pik, Herz, Karo oder Kreuz),die aber nicht aufeinander folgen. Welche Farbe gewinnt, wenn mehrere Spieler einen Flush treffen, entscheidet sich nach der jeweils höchsten Karte bzw. den danach folgenden hohen Karten.

Beispiel: A-J-8-5-3 Karo schlägt A-9-8-5-3 Pik.

Im Poker haben alle Farben den gleichen Wert. Aber aufgepasst, weder Herz und Karo, noch Kreuz und Pik werden als gleiche Farbe angesehen!


5. Straight

Fünf aufeinanderfolgende Karten, die nicht dieselbe Farbe haben.

BSP: 6-7-8-9-10. Straights werden untereinander nach der jeweils höchsten Karte unterschieden. Das Ass ist die höchste Karte in der Kombination A-K-Q-J-10, die schwächste Karte in A-2-3-4-5.


6. Drilling

Drei Karten mit demselben Wert, kombiniert mit zwei weiteren beliebigen Karten.


7. Zwei Paare

K-K-7-7-2. Wenn zwei Spieler jeweils zwei Paare haben, entscheidet das höchste einzelne Paar eines Spielers. A-A-6-6 schlägt also etwa Q-Q-J-J.


8. Paar

Zwei Karten mit demselben Wert, kombiniert mit drei weiteren beliebigen Karten. Ein Paar Asse ist das stärkste Paar, ein Paar Zweien das Schwächste.


9. Höchste Karte

Wenn es keinem Spieler gelingt, eine der o.g. Kombinationen zu bilden, nicht einmal ein Paar, so gewinnt der Spieler die Hand, der in seinen fünf Karten die höchste Karte hat.

So wird gespielt


Ante

Bevor eine Hand im Stud High-Low beginnt, müssen alle Spieler einen Pflichteinsatz machen, den „Ante“. Der Betrag des Ante variiert zwischen den Partien. Es handelt es sich um den Betrag, den die Spieler zahlen müssen, um Karten zu erhalten.


Verteilung und „Bring in“

Jeder Spieler erhält zunächst drei Karten: Zwei verdeckte und eine offene. Der Spieler, mit der kleinsten offenen Karte muss zuerst agieren und einen Mindesteinsatz, den „Bring in“ leisten oder, sofern dieser Spieler es wünscht, einen gewöhnlichen Einsatz, der geringste mögliche ist die „Small Bet“.

Haben zwei oder mehrere Spieler dieselbe Karte, entscheidet die Farbe, wer beginnt. Die Farben werden wie folgt klassifiziert: Kreuz (die niedrigste Farbe), Karo, Herz und Pik (die höchste Farbe). Die niedrigere Farbe entscheidet: Wenn also etwa Herz 2 und Kreuz 2 zu Beginn offen liegen, so ist es der Spieler mit Kreuz 2, der beginnen muss. (Zu beachten ist, dass diese Unterscheidung nur in dieser Situation wichtig ist und etwa im Showdown nicht relevant ist). Wenn zwei Spieler am Ende einer Hand etwa Ass-10-8-5-2 Kreuz (ein Spieler) und Ass-10-8-5-2 Karo (der andere Spieler) haben, werden ihre Hände als identisch angesehen und der Pot geteilt.


3rd street

Nachdem der Spieler mit der niedrigsten Karte den Bring in oder die Small Bet, geht die Setzrunde im Uhrzeigersinne weiter: Jeder Spieler hat die Wahl entweder zu folden, zu callen oder zu raisen.

In jeder Setzrunde ist die Anzahl der Raises begrenzt auf drei und steigt dabei in Relation zur Small Bet an (Beispiel: In einer Partie mit den Blinds 2 €/4 €, steigt der Betrag also um 2 €).

Wenn der Einsatz oder der Raise eines Spielers von keinem anderen Spieler gezahlt wird, gewinnt dieser Spieler den Pot und die Hand ist sofort beendet. Diese Regel gilt in allen Setzrunden.


4th street

Jeder Spieler erhält eine weitere sichtbare Karte, die „Fourth Street“. Der erste Spieler, der agieren muss, ist der Spieler, dessen offene Karten die höchsten sind. Wenn mehrere Spieler gleich starke Karten haben, wird wiederum die Farbe zur Unterscheidung herangezogen (siehe vorherigen Paragraph). Der Spieler mit der stärksten Farbe beginnt.

Der erste Spieler, der agieren muss, kann auch „Checken“ (also einen Einsatz von null setzen)oder etwas setzen (einen Einsatz in Höhe der „Small Bet“). Wenn die am Tisch folgenden Spieler einen Einsatz machen, müssen sich die Spieler, die gecheckt haben entscheiden, ob sie mitgehen oder erhöhen, sofern der maximal zulässige Betrag zum Erhöhen noch nicht erreicht wurde. Wenn alle Spieler in einer Setzrunde checken, so beginnt sofort die nächste Setzrunde.

Gespielt wird im Uhrzeigersinn. Sobald alle Einsätze oder Raises bezahlt sind, kann die nächste Setzrunde beginnen.


5th street

Jeder Spieler erhält eine weitere offene Karte, die „Fifth Street“. Es beginnt wieder der Spieler, der die höchste Karte erhalten hat. Erhalten mehrere Spieler eine Karte mit demselben Wert, gelten die gleichen Regeln wie in der vorherigen Setzrunde.

Gespielt wird wiederum im Uhrzeigersinn mit den identischen Regeln wie in der vorherigen Setzrunde.

Ab der Fifth Street und bis zum Ende der Hand, steigt der Betrag der Einsätze progressiv an und entspricht der sog. Big Bet. Diese entspricht in der Regel dem doppelten Betrag der Small Bet (Beispiel: In einer Partie mit 2 €/4 €, entspricht dieser Betrag 4 €).


6th street

Jeder Spieler erhält wiederum eine neue offene Karte, die „Sixth Street“. Wiederum muss der Spieler zuerst agieren, der die höchste Karte erhalten hat. Erhalten mehrere Spieler eine Karte mit demselben Wert, gelten die gleichen Regeln wie in der vorherigen Setzrunde.

Gespielt wird wiederum im Uhrzeigersinn mit den identischen Regeln wie in der vorherigen Setzrunde.


7th street

Jeder Spieler erhält eine siebte und letzte Karte. Diese ist verdeckt (d. h. sie ist nur dem jeweiligen Spieler bekannt). Zuerst muss der Spieler agieren, dessen offene Karten am stärksten sind. Bei Gleichstand gelten die vorher genannten Regeln.

Gespielt wird im Uhrzeigersinn. Sobald alle Einsätze oder Raises bezahlt sind, kann die nächste Setzrunde beginnen.


Showdown

Sind nach Abschluss der letzten Setzrunde noch mehrere Spieler in der Hand, so muss der letzte Spieler, der einen Einsatz gemacht hat oder geraist hat, seine Karten zuerst zeigen. Wenn es in der letzten Setzrunde keinerlei Einsätze gegeben hat, wenn also alle Spieler gecheckt haben, zeigt der Spieler links vom Button zuerst seine Karten. Die Hände werden ebenfalls im Uhrzeigersinn aufgedeckt.

Der Spieler mit der besten „High“-Hand gewinnt die Hälfte des Pots. Der Spieler mit der besten „Low“-Hand gewinnt die andere Hälfte des Pots. Wenn kein Spieler eine „Low“-Hand zeigt, gewinnt der Spieler mit der besten „High“-Hand den gesamten Pot.

Ein Spieler kann sowohl die beste „High“- als auch die beste „Low“-Hand haben.

Die Spieler können aus ihren sieben Karten unterschiedliche Karten verwenden, um eine „High“- bzw. „Low“-Hand zu bilden.

Falls zwei oder mehrere Spieler dieselbe „High“- und/oder „Low“-Hand haben, so wird die jeweilige Hälfe des Pots gleichmäßig aufgeteilt. Beispiel: Ein Spieler zeigt die beste „High“-Hand und zwei weitere Spieler zeigen die stärkste identische „Low“-Hand. In diesem Fall gewinnt Ersterer die Hälfte des Pots und die beiden anderen Spieler mit der identischen „Low“-Hand zu gleichen Teilen die andere Hälfte.

Zusätzliche Regeln

  • Stud High-Low wird mit höchstens acht Spielern gespielt.
  • Wenn im Turnier auf der 3rd Street der Spieler mit der kleinsten Karte nach dem Ante All-in ist und also nicht mehr genügend Chips für den Bring-in hat, wird dieser von dem Spieler links daneben gezahlt, unabhängig vom Wert dessen Karte. Zu beachten ist, dass wenn ein Spieler zwar noch genug Chips hat um den Ante zu bezahlen, aber nicht mehr genug für den gesamten Bring-in, so wird er gleichzeitig als All-in und Bring-in angesehen. Der folgende Spieler muss, sofern er in der Hand bleiben oder erhöhen will, den gesamten Bring-in bezahlen.
  • In Cash Games muss jeder Spieler zwingend über einen ausrechend großen Stack verfügen, um sowohl Ante wie auch den Bring-in bezahlen zu können, damit er an einer Hand teilnehmen kann.
  • 3rd Street: Wenn der Spieler, der den Bring-in erbringen muss, den kleinsten gesetzten Betrag der Runde zahlt (Small Bet), wird dieser Einsatz nicht als Raise angesehen. Die Anzahl der zulässigen Raises ist also nach wie vor drei.