Limit Omaha High-Low (LO8)

Die vier Key-Facts zum Limit Omaha High-Lo :

  • Limit Omaha High-Low ist eine vom Omaha abgeleitete Pokervariante, bei der man auf zwei verschiedene Arten den Pot gewinnen kann: Ganz klassisch, durch die stärkste Hand im Spiel („High“) oder durch die schwächste Hand („Low“). Daher werden die Pots regelmäßig zwischen dem Spieler mit der besten „High“- und der besten „Low“-Hand aufgeteilt. Wenn ein Spieler die beste „High“- und die beste „Low“-Hand hat, so gewinnt er den gesamten Pot.
  • Alle klassischen Kombinationen im Poker können für die „High“-Hand verwendet werden: Paare, zwei Paare, Drilling, Straight, Flush, Vierling etc. Im Gegensatz hierzu, kann eine „Low“-Hand nur mit fünf verschiedenen Karten mit dem Wert von 8 oder weniger. Gleiche Farben und Straights sind hierbei kein Hindernis. Das Ass wird in dieser Variante sowohl als schwächste Karte sowie als stärkste Karte angesehen: Es kann somit sowohl für eine „High“- wie auch eine „Low“-Kombination verwendet werden.
  • Limit Omaha High-Low gehört zur selben Familie wie das berühmte Texas Hold’em: Die Spieler müssen ihre eigenen, verdeckten Karten, mit den offen auf dem Tisch liegenden Karten, den Gemeinschaftskarten bzw. Community Cards, kombinieren.
  • Wie der Name vermuten lässt, wird Limit Omaha High-Low mit Limit gespielt: Die Einsätze und Raises sind gedeckelt. Anders als im No-Limit-Format, ist es also nicht möglich, seinen gesamten Stack auf einmal zu setzen.

Ranking der Hände

WICHTIG! Vergesst nicht einen entscheidenden Unterschied zwischen PLO 5 und Texas Hold’em: Beim Omaha müsst ihr zwingend zwei eurer verdeckten Karten mit den drei Gemeinschaftskarten kombinieren. Wenn ihr also K-K-K-3-2 auf der Hand habt, so ist dies kein Drilling mit Königen, sondern lediglich ein Paar. Ebenso, zeigen die Community Cards etwa Q-Q-Q-Q-2, so ist dies kein Vierling Damen, sondern nur ein Drilling. In diesem Beispiel wären die stärksten beiden (verdeckten) Karten, zwei Asse. Man hätte somit ein Full House mit drei Damen und zwei Assen, die Nuts.


„Low“-Hände

Um als „Low“-Hand zu gelten, muss eine Hand in jedem Fall fünf Karten unterschiedlichen Werts UND nur Karten mit einem Wert von 8 oder tiefer enthalten. Etwaige Straights oder Flushes stellen hierfür jedoch kein Hindernis dar.

Die beste „Low“-Hand ist also:

Ass-2-3-4-5, unabhängig von der Farbe der Karten. Allerdings ist dies Hand auch gleichzeitig ein Straight. Es ist also eine sehr starke Hand.

Die zweitbeste mögliche „Low“-Hand ist:

Ass-2-3-4-6

Die drittbeste mögliche „Low“-Hand ist:

Ass-2-3-5-6

So geht es weiter.


Anmerkung: Oftmals wird es nicht möglich sein, eine „Low“-Hand zu bilden, da die Gemeinschaftskarten etwa mehrheitlich einen Wert höher als 8 haben. Sind die Gemeinschaftskarten etwa K-10-5-10-2, also mit nur zwei von fünf Karten kleiner oder gleich 8, ist es dementsprechend unmöglich, eine „Low“-Hand zu bilden. Zur Erinnerung, es müssen obligatorisch drei Gemeinschaftskarten und zwei verdeckte Karten verwendet werden.


„High“-Hände

Die Hierarchie der „High“-Hände im Pot-Limit Omaha High-Low ist identisch mit der im Texas Hold’em, von der höchsten Karte (der schwächsten Hand, mit nicht einmal einem Paar) bis zum sehr seltenen Royal Flush (10-Bube-Dame-König-Ass in derselben Farbe), über den Drilling, den Straight, den Vierling etc.


1. Straight flush

Fünf direkt aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe (Pik, Herz, Karo oder Kreuz). Zum Beispiel 4-5-6-7-8 Herz.

Ein Straight Flush bestehend aus As-K-Q-J-10 ist ein Royal Flush, das beste Blatt überhaupt.

Dies ist natürlich eher selten!


2. Vierling

Der Vierling besteht aus vier Karten eines Werts. Vier Asse ist der höchste Vierling, vier Zweien der geringste.


3. Full house

Drei Karten mit demselben Wert und zwei weitere Karten mit demselben Wert. Das heißt also, ein Full House besteht aus einem Drilling und einem Paar. Das Full House mit dem höheren Drilling gewinnt gegen ein weiteres Full House. BSP.: K-K-K-3-3 schlägt Q-Q-Q-As-Ass.


4. Flush

Fünf Karten der gleichen Farbe (Pik, Herz, Karo oder Kreuz),die aber nicht aufeinander folgen. Welche Farbe gewinnt, wenn mehrere Spieler einen Flush treffen, entscheidet sich nach der jeweils höchsten Karte bzw. den danach folgenden hohen Karten.

Beispiel: A-J-8-5-3 Karo schlägt A-9-8-5-3 Pik.

Im Poker haben alle Farben den gleichen Wert. Aber aufgepasst, weder Herz und Karo, noch Kreuz und Pik werden als gleiche Farbe angesehen!


5. Straight

Fünf aufeinanderfolgende Karten, die nicht dieselbe Farbe haben.

BSP: 6-7-8-9-10. Straights werden untereinander nach der jeweils höchsten Karte unterschieden. Das Ass ist die höchste Karte in der Kombination A-K-Q-J-10, die schwächste Karte in A-2-3-4-5.


6. Drilling

Drei Karten mit demselben Wert, kombiniert mit zwei weiteren beliebigen Karten.


7. Zwei Paare

K-K-7-7-2. Wenn zwei Spieler jeweils zwei Paare haben, entscheidet das höchste einzelne Paar eines Spielers. A-A-6-6 schlägt also etwa Q-Q-J-J.


8. Paar

Zwei Karten mit demselben Wert, kombiniert mit drei weiteren beliebigen Karten. Ein Paar Asse ist das stärkste Paar, ein Paar Zweien das Schwächste.


9. Höchste Karte

Wenn es keinem Spieler gelingt, eine der o.g. Kombinationen zu bilden, nicht einmal ein Paar, so gewinnt der Spieler die Hand, der in seinen fünf Karten die höchste Karte hat.

Die höchste Karte wir ebenfalls zur Unterscheidung von zwei identischen Kombinationen herangezogen. Man spricht daher auch vom „Kicker“. Oftmals handelt es sich hierbei um einen wichtigen Faktor. Sind die Community Cards bspw. Q-Q-8-3-2, so verliert ein Spieler mit Q-10-9-7-6 etwa gegen Q-K-9-5-4: Zwar haben beide einen Drilling mit Damen, der Kicker entscheidet hier also : Der Spieler mit dem König gewinnt daher gegen Spieler, dessen höchste weitere Karte in diesem Beispiel nur eine 10 ist.


WICHTIG! : Mit euren vier Karten könnt ihr sowohl eine „High“- wie auch eine „Low“-Hand bilden. Halten Sie Ass-K-K-2 bei einem Deck von K-3-5-8-10, so ist es möglich einen Drilling mit Königen zu bilden und die „Low“-Hand Ass-2-3-5-8 (die beste mögliche „Low“-Hand).

So wird gespielt


Die Blinds

Wie im Texas Hold’em, beginnt eine Hand auch im Limit Omaha High-Low mit den Pflichteinsätzen, den Blinds. Der Spieler links vom Button setzt den Small Blind, der Spieler links daneben, den Big Blind (üblicherweise handelt es sich hierbei um den doppelten Betrag des Small Blinds).


Die Ausgangslage

Limit Omaha High-Low wird mit höchstens neun Spielern gespielt. Jeder Spieler erhält vier Hole Cards.


Die Setzrunden und die Gemeinschaftskarten

Wie im Texas Hold’em, beginnt die erste Setzrunde bei dem Spieler links vom Big Blind. Jeder Spieler hat dann die Möglichkeit, den vorherigen Einsatz zu bezahlen („Call“), zu erhöhen („Raise“) oder aufzugeben („Fold“) sobald er an der Reihe ist. Gespielt wird im Uhrzeigersinn.

Limit Omaha High-Low wird mit Limit gespielt: Der Betrag der Einsätze und Raises wird also im Voraus festgelegt. In der ersten Setzrunde wird dieser Betrag „Small Bet“ genannt und ist genauso hoch wie der Small Blind. In der ersten Setzrunde beträgt die Anzahl der maximal möglichen Raises 3: Raise (1), Re-Raise (2) und ein letztes Raise (3).

Die erste Setzrunde endet, sobald der größte getätigte Einsatz von einem oder mehreren Spielern gecalled wurde. Wenn ein Raise eines Spielers also von keinem anderen Spieler gecalled wurde, so gewinnt Erstgenannter den Pot, ohne seine Karten zeigen zu müssen. Diese Regel gilt während des gesamten Spiels.

Die zweite Setzrunde beginnt mit dem Austeilen des Flops: Drei Community Cards, die offen und für alle sichtbar auf den Tisch gelegt werden. Diese drei Karten sind für alle noch in der Hand befindlichen Spieler gleich und werden mit den vier jeweils verdeckten Karten der Spieler kombiniert, um eine möglichst starke Kombination aus fünf Karten zu halten (s.o). (Nochmal zur Erinnerung: Um eine solche Kombination zu bilden, können nur zwei der verdeckten Karten eines Spielers verwendet werden).

Der erste Spieler, der in der zweiten Setzrunde agieren muss, ist der Spieler links vom Button. Wie in der vorherigen Runde, ist der Betrag der Einsätze und Raises identisch mit der „Small Bet“. Gespielt wird im Uhrzeigersinn. In dieser und allen weiteren Setzrunden, ist die Anzahl der Einsätze/Raises auf vier begrenzt: Einsatz (1), Raise (2), Re-Raise (3) und letzter Raise (4). Wie im Texas Hold’em ist es auch möglich zu checken (also keinen Einsatz zu machen und trotzdem in der Hand zu bleiben), sofern kein anderer Spieler vorher in der Setzrunde einen Einsatz gemacht hat. Wenn ein oder mehrere Spieler einen Einsatz machen, nachdem ein anderer Spieler gecheckt, so muss sich dieser nun entscheiden. Er kann den Einsatz bezahlen, raisen oder folden. Es geht dann mit der dritten Setzrunde weiter.

Die dritte Setzrunde beginnt mit dem Austeilen der Turnkarte: Eine weitere, für alle Spieler sichtbare Gemeinschaftskarte, die aufgedeckt auf den Tisch gelegt wird.

Der erste Spieler, der agieren muss, ist auch hier der Spieler links vom Button. Der Betrag der Einsätze und Raises identisch mit der „Big Bet“, der dem doppelten Betrag der „Small Bet“ entspricht.

Nach Abschluss der dritten Setzrunde, beginnt sogleich die vierte und letzte Setzrunde mit dem Austeilen der River-Karte: Eine weitere für alle Spieler sichtbare Gemeinschaftskarte, die offen auf dem Tisch platziert wird.

Auch die dritte Setzrunde beginnt mit dem Spieler links vom. Der Betrag der Einsätze und Raises identisch mit der „Big Bet“.


Showdown

Sobald in der vierten Setzrunde alle Einsätze bezahlt wurden, beginnt für die noch in der Hand befindlichen Spieler der Showdown. Der letzte Spieler, der einen Einsatz gemacht hat oder geraist hat, zeigt seine Karten zuerst. Wenn es in der vierten Setzrunde keinerlei Einsätze gegeben hat, zeigt der Spieler links vom Button zuerst seine Karten. Die Hände werden ebenfalls im Uhrzeigersinn aufgedeckt.

Der Spieler mit der besten „High“-Hand (durch das Kombinieren von 2 eigenen und 3 Gemeinschaftskarten) gewinnt die Hälfte des Pots. Der Spieler mit der besten „Low“-Hand (durch das Kombinieren von 2 eigenen und 3 Gemeinschaftskarten) gewinnt die andere Hälfte des Pots.

Ein einziger Spieler kann auch beide Hälften gewinnen, also den gesamten Pot, wenn er sowohl die beste „High“- als auch die beste „Low“-Hand hat.

Falls zwei oder mehrere Spieler dieselbe „High“- und/oder „Low“-Hand haben, so wird die jeweilige Hälfe des Pots gleichmäßig aufgeteilt: Ein Spieler bekommt die eine Hälfte des Pots, die weiteren mit derselben Hand, teilen sich die andere Hälfte.